Die wichtigsten Fragen und Antworten
Bild: Luftaufnahme Areal Bahnhof Süd
Wie viele Personen werden dereinst auf dem Areal Basi Süd wohnen? Wie viele neue Arbeitsplätze werden entstehen? Wie stellen sich die Grundeigentümer zum Gestaltungsplan Bahnhof Süd? Hier finden Sie Antworten.
Was ist ein öffentlicher Gestaltungsplan?
Ein Gestaltungsplan ist ein verbindliches Planungsinstrument für Gemeinden. Damit wird für ein bestimmtes Gebiet in Zuständigkeit der Gemeinde eine Spezialbauordnung geschaffen, um die Entwicklung qualitätsbewusst und auf die lokalen Bedürfnisse angepasst zu steuern. Ein Gestaltungsplan regelt detaillierter als die BZO, wo und wie gebaut werden darf und für welche Zwecke. Das letzte Wort dazu hat die Gemeindeversammlung. Ob und wann gebaut wird, entscheiden in der Folge die Grundeigentümer.
Wie wird die gemischte Nutzung auf dem Areal sichergestellt?
Die in der Bau- und Zonenordnung vorgeschriebene gemischte Nutzung für Wohnen und Arbeiten wird mit dem öffentlichen Gestaltungsplan Bahnhof Süd verbindlich festgelegt.
Wie stellen sich die Grundeigentümer zum Gestaltungsplan?
Die insgesamt 10 Grundeigentümer sind keine organisierte, homogene Gruppe, d.h. es gibt unterschiedliche Haltungen und Vorstellungen. Einige wollen den Status Quo bewahren, das heisst ihren heutigen Betrieb fortsetzen. Das wird im Rahmen des Gestaltungsplans berücksichtigt und ist gewährleistet.
Die drei Grundeigentümer der Kerngruppe Basi Süd – sie besitzen zusammen rund 50% der bebaubaren Fläche – unterstützen das Siegerprojekt und sind interessiert an der Projektrealisierung, sofern die Bestimmungen des Gestaltungsplans wirtschaftliche Bauprojekte erlauben.
Dazu müssen im Rahmen des Richtprojekts noch verschiedene Punkte diskutiert und weiterentwickelt werden. Ziel ist es, sukzessive ein beliebtes und belebtes Quartier zu entwickeln, das nachhaltig gebaut und natürlich in die umgebende Landschaft integriert ist.
Wie viele Personen können maximal zuziehen, und wie viele Arbeitsplätze werden geschaffen?
Mit dem Siegerprojekt aus dem Studienauftragsverfahren können in den ersten 10 bis 15 Jahren bis zu 1’200 Personen hinzukommen, d.h. zirka 100 neue Einwohnende pro Jahr. Beim Gewerbe sind 600 – 800 neue Arbeitsplätze möglich in derselben Zeitspanne. Zum Vergleich: Heute sind es 90 Arbeitsplätze auf dem gesamten Areal. In einer zweiten Ausbauetappe ab 2045 könnten weitere 300 Einwohnende sowie nochmals 100 – 200 Arbeitsplätze hinzukommen.
Wird es auf dem Areal Bahnhof Süd altersgerechte Wohnraum geben?
Alle neuen Wohnungen sind altersgerecht. Die ausgezeichnete ÖV-Erschliessung macht das Quartier zusätzlich attraktiv für ältere Menschen. In Bahnhofsnähe könnte zum Beispiel ein Mehrgenerationenhaus entstehen. Die Versorgung für den täglichen Gebrauch soll quartierorientiert sichergestellt werden. Ebenso sind zusätzliche Serviceleistungen denkbar (Mahlzeitendienst, Reinigung, etc.).
Für welche Art von Gewerbe eignet sich das Areal Bahnhof Süd?
Alle bisherigen Gewerbebetriebe können bestehen bleiben, wenn sie dies möchten. Für Neuansiedlungen kommt gemäss Siegerprojekt vorwiegend «stilles» Gewerbe in Frage, zum Beispiel Büros, Dienstleistungsbetriebe, Gastronomie, Einkaufsläden, Coiffeursalons, Labors, Forschungseinrichtungen oder ähnliches.
Muss die Gemeinde neue Schulhäuser bauen wegen des Bevölkerungszuwachses?
Gemäss Einschätzung der Gemeinde ist kein neues Schulhaus nötig. Vorgesehen sind jedoch ein neuer Kindergarten sowie allenfalls ergänzend eine Kindertagesstätte auf dem Areal.
Sind öffentliche Parkplätze oder P+R‑Stellplätze vorgesehen?
Das Areal soll hauptsächlich durch öffentlichen Verkehr – Zug und Bus – und für den Fuss- und Veloverkehr erschlossen werden. Zufahrten und Anlieferungen für die Gewerbe- und die Wohnnutzungen wie auch die Fahrten für die Blaulichtorgansationen werden gewährleistet. Eine minimale Anzahl öffentliche Parkplätze sowie Parkplätze für Gewerbe und Anwohnende sind vorgesehen. Die möglichen Standorte werden im Richtprojekt konkretisiert. P+R‑Stellplätze sind südlich des Bahnhofs Bassersdorf nicht geplant.
Wie nachhaltig wird das neue Quartier sein?
Das ganze Quartier ist auf Nachhaltigkeit und Klimaresilienz ausgelegt und wird ein grosser Fortschritt gegenüber heute sein. Dies wurde in den Leitgedanken von Gemeinde und Bevölkerung so festgelegt. Dazu gehören ein hoher Grünanteil, begrünte Dächer sowie viele unversiegelte Flächen. Für die Energieversorgung sind drei Wärmeverbünde mit je einer Energiezentrale vorgesehen, wobei regionale erneuerbare Energie genutzt werden soll. Beim Verkehr steht der ÖV, Velo- und Fussgängerwege sowie autoarmes Wohnen im Vordergrund, abhängig von der Nähe zum Bahnhof.
Ist die Süd-Umfahrung Bassersdorf weiterhin möglich?
Die Süd-Umfahrung Bassersdorf ist mit den Regelungen im kommunalen Richtplan, der BZO und auch mit dem Perimeter resp. den Regelungen des Gestaltungsplans Bahnhof Süd bautechnisch weiterhin machbar. Zu beachten ist jedoch, dass Regierungsrat und Kantonsrat des Kantons Zürich ein Postulat für einen Eintrag der Strassenführung im kantonalen Richtplan erst vor kurzem abgelehnt haben, trotz mehrfachen Anträgen der Gemeinde dazu.
Gibt es Abhängigkeiten zum Gestaltungsplan Bahnhof Nord?
Direkte Abhängigkeiten gibt es keine. Beim Bahnhof Nord handelt es sich um einen privaten Gestaltungsplan unter Leitung der SBB. Trotzdem werden bei den ortsbaulichen Bezügen, Verbindungen, Verkehrswegen, öffentlicher Infrastruktur sowie der Nahversorgung Abstimmungen vorgenommen.